Nasenzentrum Marburg (NZM) | Zentrum für Diagnostik und Therapie von Nasen- und Nasennebenhöhlenerkrankungen

Nasennebenhöhlenchirurgie

Beschwerden von Seiten der Nasennebenhöhlen, so z.B. behinderte Nasenatmung, vermehrte Nasensekretion, Kopfdruck, Geruchsstörungen, vermehrte Infekte, werden von Patienten sehr häufig angegeben. 

Es handelt sich hierbei am häufigsten um akute oder chronische Entzündungen, seltener um Tumoren. 

Nach neuesten Untersuchungen leiden in Deutschland 11% der Menschen an einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen. Eine chronische Entzündung mit Nasenpolypen kommt in 1-4% vor. 

Nur in der Zusammenschau von Beschwerden, sorgfältiger endoskopischer Untersuchung und bildgebender Darstellung der Nasennebenhöhlen (z. B. DVT, CT, MRT) und Funktionsprüfungen kann der für den jeweiligen Patienten beste Weg zur Verbesserung der Situation gefunden werden.

Eine Operation der Nasennebenhöhlen ist bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung z.B. in folgenden Fällen sinnvoll oder notwendig: 

  • die Beschwerden des Patienten haben sich nach einem ausreichenden medikamentösen Behandlungsversuch nicht richtig gebessert 
     

  • es droht eine Komplikation der Entzündung oder eine ernste Erkrankung scheint sich unter dem Bild einer Polypenbildung zu verstecken
     

  • eine Gabe von Medikamenten ist nicht erwünscht, nicht ausreichend erfolgversprechend oder sie wird nicht vertragen. 

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung (=Sinusitis) wird anhand klinischer Symptome und Zeichen diagnostiziert. Die Abgrenzung einer bakteriellen Sinusitis zu einer „Erkältung“ ergibt sich durch die Dauer der Symptome (mehr als 7-10 Tage) bzw. den Schweregrad der Erkrankung. Sie kann im Einzelfall schwierig sein. Bei ausgeprägter Erkrankung oder Verschlechterung nach vorheriger Verbesserung ist auch vor Ablauf von 7-10 Tagen an eine akute bakterielle Sinusitis, ggf. sogar eine Komplikation zu denken. Dies gilt insbesondere bei männlichen Jugendlichen oder bei Zustand nach Voroperation. 

Ein operatives Vorgehen kann bei akuter Rhinosinusitis z.B. in folgenden Fällen sinnvoll oder notwendig sein: 

  • es liegt eine wiederholte akuten Rhinosinusitis vor, die vermutlich auf einem Defizit der regulären Ventilation und Drainage beruht 
     

  • die akute Entzündung ist außergewöhnlich schwer (hohe Schmerzintensität, ungenügendes Anschlagen einer intensiven Antibiotikatherapie) 
     

  • eine entzündliche Komplikation droht oder ist eingetreten. 

Die Operation der Nasennebenhöhlen (im Weiteren als NNH-Op abgekürzt) wird bei uns durch die Nase (= endonasal) nach dem neuesten technischen Standard durchgeführt. Die HD-Endoskopie gewährleistet optimale Sicht in jeder Phase der Operation. Die intraoperative Navigation ermöglicht jederzeit die Überprüfung einzelner Operationsschritte. Shaversysteme optimieren den Einsatz von Instrumenten. 
Die NNH-Op ist in der Hand des erfahrenen und verantwortungsbewussten Operateurs eine sichere Operation. Sie wird Ihnen nach Untersuchung und Beratung unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko vorgeschlagen. Wenngleich die Erfolgsaussichten üblicherweise hoch sind, kann ein dauerhafter Operationserfolg selbstverständlich nicht garantiert werden. Häufig ist eine begleitende medikamentöse Therapie zumindest zeitweilig notwendig.

Nasennebenhöhlenchirurgie

Das Ziel der NNH-Op besteht in der (Wieder)Herstellung der regelrechten Nasenfunktion und der Beseitigung von Infekt-Herden oder anderen krankhaften Veränderungen. Durch den optimalen Einsatz der heute verfügbaren apparativen Hilfsmittel führen wir den Eingriff minimal invasiv durch. Es sollen hierbei gezielt nur der krankhafte Prozess beseitigt und die Drainage und Belüftung der Nebenhöhlen verbessert werden. Die gesunde Schleimhaut soll möglichst vollständig erhalten bleiben. Dies beschleunigt die Wundheilung in der Nase und die Regeneration des gesamten Körpers. 

Bei ausgeprägter, insbesondere wiederkehrender Erkrankung ist demgegenüber meist eine weiter gehende Entfernung der erkrankten Schleimhaut und die Anlage größerer Zugangswege zu den Nebenhöhlen erforderlich.  

Die Abwägung, welche Therapie die Geeignetste ist, kann nur in einem persönlichen Arzt-Patient-Gespräch erfolgen. 

Für weitere Informationen zur Operationsdurchführung, dem stationären und der Nachbehandlung sowie Verhaltensempfehlungen haben wir für Patienten eine eigene Informationsbroschüre erstellt.

© Prof. Dr. med. Rainer Weber